Klettern in Deutschland – hier liegt „Mekka“ in Franken

Der Begriff „Klettern“ wird überwiegend mit steilen oder überhängenden Wänden in hohen Gebirgen wie Himalaja, Anden, Rocky Mountains oder den Alpen in Verbindung gebracht. Deutschland hat mit 5,7 % nur einen sehr geringen Anteil an der Alpenregion im Gegensatz zu den Nachbarländern Schweiz (12,9 %) und Österreich (28,6 %), es gibt aber trotzdem eine lange alpine Klettertradition. Bevorzugtes Ziel der ersten Bergsteiger zum Klettern waren die Wände der Nördlichen Kalkalpen v.a. im Berchtesgadener Land, im Tölzer Land und im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen; die klassischen Routen in der Watzmann-Ostwand, der Südwand am Untersberg oder zur Zugspitze sind heute noch beliebte Klettertouren, obwohl sich die Ausrüstung fürs Klettern stark gewandelt hat und dadurch die Schwierigkeitseinstufung der Routen oft herabgesetzt wurde.

Von wegen "Mittel"-Gebirge

Parallel zum alpinen Klettern entwickelte sich auch in den deutschen Mittelgebirgen eine Kletterbewegung, die ihren Ursprung v.a. im Elbsandsteingebirge hatte. Während man in den Alpen überwiegend Routen im Kalk zum Klettern findet, bietet die Mittelgebirgslandschaft sehr unterschiedliche Gesteine, die ganz andere Ansprüche im Hinblick auf Technik und Ausrüstung mit sich bringen. Die Bandbreite reicht von den Sandsteinfelsen an der Elbe über den Granit des Fichtelgebirges, Schiefer und Gneise im Thüringer Wald bis zu Quarzitklettereien im Bayerischen Wald und den Dolomitwänden im Nördlichen Frankenjura. Die Verteilung der Kletterregionen in Deutschland spiegelt diese Situation wider; es gibt in den Alpen drei Kletterregionen (Östliches und Westliches Oberbayern, Allgäu), die übrigen 25 Kletterregionen verteilen sich auf die Mittelgebirge zwischen Teutoburger Wald, Zittauer Gebirge, Odenwald, Pfälzer Wald, Schwarzwald und Bayerischem Wald.

Information ist alles

Insgesamt sind in Deutschland 250 Klettergebiete mit mehr als 3.000 Einzelfelsen ausgewiesen, die durch das Felsinformationssystem des Deutschen Alpenvereins erfasst wurden. Hier findet man sehr viele nützliche Informationen zum Klettern, aber auch Tipps zur Freizeitgestaltung in der näheren Umgebung; zusätzlich gibt es aktuelle Hinweise über gesperrte Felsen oder Routen zum Schutz der vorhandenen Flora oder Fauna. Als naturverbundene Sportart sollte Klettern stets auch mit Respekt vor der Natur ausgeübt werden, denn schließlich bietet sie den Rahmen und die Möglichkeit dazu.

Franken und Sachsen - im Klettern "Non plus ultra"

Die Rücksichtnahme auf die Natur ist bereits seit 1910 im Grundsatz der „Sächsischen Kletterregeln“ verankert; hier wird das freie Klettern ohne Verwendung künstlicher Hilfsmittel wie Klemmkeile oder Magnesia festgeschrieben, ebenso müssen alle Sicherungen nach einer Begehung wieder entfernt werden und der Fels darf keine nachhaltigen Schädigungen erleiden. Diese harten Regelungen gelten für das Zittauer Gebirge und das größte Klettergebiet Europas, das Elbsandsteingebirge mit ca. 1.100 freistehenden Gipfeln und über 17.000 Routen; die bekanntesten Gebiete sind die Affensteine, die Schrammsteine, das Brandgebiet und das Bielatal. Eine andere Art zu klettern nahm im nördlichen Frankenjura ihren Anfang. Durch Kurt Albert entstand hier der Gedanke der Rotpunkt-Begehungen, denn er markierte mit einem roten Punkt den Einstieg einer Route, die er ohne technische Hilfsmittel geklettert war. Zusammen mit Wolfgang Güllich, einem anderen Ausnahmekletterer, wurden viele Routen neu eröffnet; der Höhepunkt war die Begehung von „Action Directe“ im Jahr 1991 durch Wolfgang Güllich, die weltweit erste Route im 11. Schwierigkeitsgrad.

Klettern einmal anders

Trotz fehlender hoher Berge hat das Klettern auch in Norddeutschland eine lange Tradition, was die vielen Alpenvereinssektionen und Hütten in den Alpen auch belegen. Anstatt in hohe Wände stieg man im Norden auf hohe Blöcke, die es massenhaft v.a. im Harz gab; das Okertal ist ein sehr beliebtes Gebiet für eine etwas andere Art zu klettern, das Bouldern an Granitblöcken. Was im Yosemite-Tal zunächst als Aufwärmübung für die „Big Wall“ begann, hat sich mittlerweile zu einer eigenständigen Sportart entwickelt; die Schwierigkeitsgrade sind durchaus mit den Problemen in der Sportkletterei vergleichbar, und so kann es schon sein, dass man sich mit einem „Boulder-Problem“ länger befassen muss als mit dem Durchstieg einer 9-er Route. Eine willkommene Abwechslung bietet dann der Besuch in einem Hochseilgarten oder einem Hochseilpark, in dem man sich als Anfänger z.B. den Blick von oben nach unten üben kann; in der Fränkischen Schweiz bietet der Waldseilgarten in Betzenstein sogar die Möglichkeit, an einem Seil über das Freibad zu schweben.

Überwintern in der Halle

Eine andere Möglichkeit, das Klettern zu üben, gibt es in einer Kletterhalle oder einem Kletterpark; einige große Sportausrüster haben in ihren Räumen auch eine Kletterwand oder einen Kletterturm aufgebaut, um z.B. die funktionelle Bekleidung fürs Klettern vorführen zu können. In vielen Schulen wurde das Klettern in das Unterrichtsfach Sport aufgenommen und sogar als Leistungskurs angeboten; so ist es möglich, dass bereits Jugendliche in den höchsten Schwierigkeitsgraden klettern können, ein Beispiel dafür ist Adam Ondra. Man sollte jedoch bei aller Begeisterung für sportliche und alpine Aktivitäten nicht vergessen, dass Klettern auch Freude am Fels bedeutet; nach einer gelungenen Tour, die gar nicht so schwer sein muss, sagt man in Franken „bassd scho“ - ein sehr hohes Lob.

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